Die Verwilderung
Roman von Otto F. Walter (1928-1994, Schweiz). Die Erstausgabe dieses Buches
erschien 1977. Die Geschichte spielt während der Siebzigerjahre in der
Schweiz. Eine Gruppe von jungen Menschen bewohnt eine alte Tonerdegrube. Dort
erproben sie das selbst organisierte Leben in einer Produktionskooperative.
Schon bald aber werden die Anwohner misstrauisch, Neid und Missgunst entstehen.
Zu Ende der Geschichte werden die beiden Hauptfiguren durch Pistolenschüsse
getötet. Dennoch ist der Schluss des Romans nicht resignativ, denn die Überlebenden
wollen trotz allem weiter machen.
Der Roman umfasst rund 300 Seiten, welche
in drei Teile bzw. 31 Kapitel unterteilt sind. Eine Vielzahl von Texten verschiedenster
Herkunft werden eingeschoben; diese werden jeweils durch kursiv gehaltene Überschriften
markiert. In dieser Lektüre wird die erzählende Form immer wieder
durch Abschnitte in direkter Rede aufgelockert. Die Geschichte ist jedoch in
einer nicht allzu anspruchsvollen Sprache gehalten. Die Montage mit ihren Einzelteilen
trägt dazu bei, dass der Inhalt der Erzählung ein bisschen hinter
die Sprache zurücktritt. Die Thematik dieses Buches setzt gewisse Kenntnisse über
Politik und Gesellschaft der Schweiz in den 70-er Jahren voraus. Lesenswert
ist «Die Verwilderung» für diejenigen, die sich für die
Entstehung und Entwicklung einer neuen Gesellschaftsform auf dem Weg zur Autonomie
interessieren.
Weitere Werke von Otto F. Walter sind «Herr Tourel», «Die ersten Unruhen», «Zeit des Fasans» sowie «Der Stumme», welcher verfilmt worden ist.
Quelle: Frey, Pascal (Hg.), «Was lesen?, Ein Lexikon zur deutschen Literatur», 2003, Bern
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